Wintermädchen
von Laurie Halse Anderson
Mit 14 Jahren schließen Cassie und Lia einen Pakt, den sie mit Blut besiegeln. Sie schwören die dünnsten Mädchen der Schule zu werden, koste es was es wolle. Jetzt ist Cassie tot, sie hat sich totgekotzt, sie war allein, denn Lia ging nicht ans Telefon. Ein zuvor entbrannter Streit war der Grund dafür.
Lia ist geschockt und gibt sich die Schuld am Tod ihrer ehemals besten Freundin. Die Stimmen in Lias Kopf zwingen sie dazu zu Hungern, ihren Körper selbst zu verletzen und Lia tut es. Sie hungert, ritzt sich mit Messern die Haut auf und zwingt sich zu nächtlichen Sportstrapazen auf dem Stepper. Sie manipuliert die Waage, damit alle denken, sie würde mehr wiegen und dabei verliert sie von Tag zu Tag mehr an Gewicht.
„…40 Kilo. Ich könnte sagen, dass ich nun glücklich bin, doch das wäre gelogen. Die Zahl spielt keine Rolle. Wenn ich es bis auf 32 Kilo runterschaffen würde, würde ich 29 wiegen wollen….“ (Zitat aus dem Buch S.250).
Das Buch rüttelt seinen Leser wach, es nimmt ihn mit auf einen Psychotrip ins Gehirn eines jungen magersüchtigen Mädchens. Dass das Buch aus der Sicht der 18jährigen Lia geschrieben wurde, macht es noch deutlicher und bedrückender.
Die Autorin beschönigt nichts, sie zeigt die Tatsachen auf, welche eine solche Krankheit mit sich bringt. Die Unfähigkeit der Protagonisten, gegen die inneren Dämonen anzukämpfen. Das geht sogar soweit, daß Lia allen die ihr helfen wollen von sie wegschiebt. Beim Lesen dieses Buches, habe ich mehrere Male den Atem angehalten, ungläubig den Kopf geschüttelt und mich gefragt, wie es soweit kommen kann. Und mit jeder gelesenen Seite wurde mir mehr bewusst, was Lia dazu trieb und warum sie so geworden ist.
Nur wer das Buch bis zu Ende liest, versteht vielleicht, was junge Mädchen dazu treibt sich regelrecht selbst zu zerstören. Die von der Autorin gewählte Sprache und Schreibweise gibt die Ängste und Gefühlsschwankungen der Protagonistin wieder und bleibt dem Leser lange im Gedächtnis. Dieses Buch liest man nicht nur und legt es dann beiseite, nein, dieses Buch berührt, ängstigt und schockiert. Und dennoch bin ich froh es gelesen zu haben!
Kategorie: Ab 14 Jahren, Allgemein, Kinder- & Jugendbücher


21. Dezember 2010 um 19:19
Liebe Solitary, könntest du bitte noch den Beitrag-Titel ergänzen? Leider hat der Post nämlich momentan keinen Link, so dass ich ihn leider nicht auf Facebook verlinken kann. Dankeschön schonmal
LG, Kerstin
21. Dezember 2010 um 21:13
Entschuldigung mein Fehler! Habs behoben. Vielen Dank für den Hinweis. Lieben Gruß und Frohe Weihnachten!
22. Dezember 2010 um 10:57
Ist doch kein Problem, danke fürs Nachtragen und dir und deiner Familie auch von mir ein schönes Weihnachtsfest