Der kleine Vampir
von Angela Sommer-Bodenburg
Kurzbeschreibung:
Der achtjährige Anton Bohnsack ist ein Vampirfan. Unzählige Vampirbücher hat er schon verschlungen und er schaut jeden Gruselfilm im Fernsehen. Eines Abends, als er allein zuhause ist, sitzt allerdings plötzlich ein echter Vampir vor seinem Fenster. Zum Glück ist Rüdiger von Schlotterstein noch ein kleiner Vampir, der Anton gar nicht beißen möchte. Nach dem ersten Schreck versteht sich Anton sehr gut mit Rüdiger und die beiden schließen Freundschaft. Bald darauf lernt Anton auch Rüdigers jüngere Schwester Anna kennen, die rasch ein bisschen für Anton schwärmt.
Die Eltern der beiden dürfen aber nichts von dieser Freundschaft erfahren – Vampiren ist freundschaftlicher Umgang mit Menschen nämlich streng verboten! Ebensowenig dürfen Antons Eltern etwas von den Vampiren erfahren. Für Anton beginnt eine aufregende Zeit mit nächtlichen Treffen, die ihn auch zum Friedhof führen, wo Familie Schlotterstein in einer unterirdischen Gruft wohnt. Aber so spannend diese neue Freundschaft auch ist – für Anton ist es gar nicht so leicht, seine Vampirfreunde vor seinen Eltern zu verbergen …
Zur Autorin:
Angela Sommer-Bodenburg wurde 1948 in Hamburg geboren und wanderte später nach Kalifornien aus. Ihre Reihe um den kleinen Vampir wurde ein Welterfolg. Bekannt sind außerdem auch ihre Reihe “Schokolowski” oder das Buch “Die Moorgeister”.
Rezension:
Wer kennt ihn nicht, den kleinen Vampir Rüdiger von Schlotterstein, der nicht nur in Büchern, sondern auch in Hörspielen oder auf der Leinwand sein Unwesen treibt. Der erste Band der überaus erfolgreichen Vampirreihe vereint direkt alle Stärken der Kinderbuchserie: Gelungene Charaktere, eine spannende Handlung und ein bisschen gruseln, dabei aber immer im kindgerechten Rahmen. Die ideale Zielgruppe für die Abenteuer von Anton und Rüdiger sind Kinder im Grundschulalter, aber auch ältere Leser können ihre Freude an den schönen Geschichten haben.
Der achtjährige Protagonist Anton erlebt das, wovon viele Kinder träumen: Er hat einen geheimnisvollen Freund, der mit ihm heimliche Abenteuer unternimmt. Sogar einen Vampirumhang bekommt er geliehen, mit dem er selbst wie ein Vampir fliegen kann. Dabei muss er nicht nur aufpassen, dass seine Eltern nichts von den Treffen erfahren – wichtiger ist noch, dass Rüdigers blutgierige Tante Dorothee nichts davon erfährt, die ihn ohne großes Zögern beißen würde. Der kleine Vampir Rüdiger ist eine liebenswerte Figur, die aber nicht frei von Ecken und Kanten ist. Hin und wieder zeigt er egoistische Züge und verlässt sich ein bisschen zu sehr darauf, das Anton ihm immer zu Hilfe eilt. Das macht das Büchlein auch in manchen Belangen lehrreich, denn Kinder bekommen schön vor Augen geführt, dass zu einer Freundschaft ein Geben und Nehmen gehört.
Besonders sympathisch ist Rüdigers kleine Schwester Anna, genannt “die Zahnlose”, da sie noch Milchzähne hat und statt Blut lieber Milch trinkt. Sie ist, obwohl sie die Jüngste der Familie ist, sehr mutig und klug und in vielen Hinsichten anders als ihr oft launischer Bruder. Durch Anna ergeben sich einige niedliche Szenen, da sie ziemlich offensichtlich in Anton verliebt ist, womit dieser wiederum nicht richtig umzugehen weiß. Zudem ist Anna wegen ihrer Gefühle für Anton manchmal übersensibel und der in solchen Dingen sehr ungeübte Anton tritt ein ums andere Mal ins Fettnäpfchen. Für Kinder ist dieser Band ein sehr geeigneter Einstieg in die Welt der unheimlichen Literatur. Die nächtlichen Ausflüge durch die Luft und zum Friedhof sind angenehm schaurig, lösen aber gewiss keine Ängste aus. Die einfache, aber nicht banale Sprache macht es auch Leseanfängern leicht, der Handlung zu folgen. Ein paar kleine Illustrationen erwecken Anton und seine neuen Freunde zu Leben. Wer den ersten Band gelesen hat, wird mit Sicherheit Lust bekommen haben, sich auch die weiteren Bände um den kleinen Vampir zu Gemüte zu führen.
Kategorie: Ab 6 Jahren, Kinder- & Jugendbücher, Kindergeschichten

