Ark Malikum. Kampf gegen die Verschwörer
von Andrew Peters
Ark ist ein kleiner Klempnerjunge, der in einer versteckten Welt hoch oben in den heiligen Bäumen von Arborium lebt. Sein Leben ist nicht leicht, denn als Bürger des einfachen Volkes – noch dazu in einem solch gering geschätzten Beruf – muss er für seinen geringen Lohn sehr hart arbeiten, um seine Eltern und seine kleine Schwester zu ernähren. Sein Vater kann das nicht mehr, seit er so schwer krank wurde. Doch dieser 5. Oktober, eine Woche vor dem Erntedankfest, soll sich als richtiger – bitte verzeiht mir diesen Ausdruck – Scheiß-Tag erweisen. Nicht genug, dass er die verstopfte Toilette des Ministers Grasp reparieren soll, was nicht gerade ein angenehmes Geschäft für die Nase darstellt. Nein, er wird auch noch ganz unvorbereitet und ungewollt Ohrenzeuge eines Gesprächs über den in einer Woche geplanten Anschlag auf König Quercus und natürlich fällt Grasps Wachen auf, dass sie belauscht wurden. Ark bleibt nur eines: Die Flucht. Nur, wie soll er jetzt den König warnen?
Die Welt, die Peters in seinem Roman beschreibt, hat mich fasziniert. Alles passt so wunderbar zusammen: Bewohner, deren Namen denen von Bäumen entsprechen, feststehende Redeweisen, die sich auf Holz beziehen, eine tiefe Verbundenheit mit den bewohnten Bäumen, die Anklänge an frühere Naturreligionen und Kulte um als heilig verehrte Bäume findet. Und gleichzeitig ist Arborium der unseren Welt doch nicht so ungleich, immerhin leben die Dendraner in eigenen Hütten und Häuschen, verfügen über ein ausgeklügeltes Kanalisations-System, gehen ihren Berufen nach und erinnern so an unsere eigene Zivilisation. Was die Dendraner jedoch von uns Menschen unterscheidet, das ist ihre zutiefst religiös motivierte Verehrung der Baumwelt, der von ihnen bewohnten Natur mit all ihren pflanzlichen und tierischen Arten. Und nicht umsonst sind es die Menschen aus dem Schlundreich, die diese tiefe Verbundenheit zur Natur verloren haben, die so viel Chaos in Arborium stiften – aus reiner Habgier nach einem im Schlundreich bereits ausgebeuteten Rohstoff: Holz.
Peters’ Roman richtet sich an Kinder und Jugendliche ab 11 Jahren und ich denke, gerade für diese Zielgruppe ist dies ein toller und sehr spannender Roman, der eine mitreißende Geschichte bietet. Im Lauf der sich immer rasanter entwickelnden Geschichte um Arks Kampf gegen die Verschwörer steht der kleine Klempnerjunge zwar im Mittelpunkt, doch er wäre nichts ohne seine Freunde, die der Leser ebenso gut kennen lernen darf wie Ark selbst. Die verschiedenen Figuren sind mit viel Liebe für’s Detail entwickelt und mir gefällt, dass Ark mit seinem Schicksal hadert und sich auch mit der dunklen Seite eines Kampfes auseinander setzen muss. Zugleich wird dem Leser auch der Einblick in die Gedanken und Motive von Arks Gegenspieler geboten, womit er beide Seiten kennen und verstehen lernt, moralische Schlüsse aus der Geschichte ziehen und Respekt vor einheimischen Völkern und ihrem Umgang mit der Natur entwickeln kann. Und bei allem, was es bei Peters zu lernen gibt, so ist es doch niemals der erhobene Zeigefinger, der Lehren predigt, sondern es sind die warmherzige Offenheit und Ehrlichkeit der Charaktere, die als echte Vorbilder wirken können. Ein tolles Buch für Kinder und Jugendliche, das ich auch als Erwachsene sehr gern gelesen habe.

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