EM-Projekt! Interview mit Autorin Frauke Nahrgang
Guten Tag Frau Nahrgang,
herzlichen Dank, daß Sie sich zu einem Interview bereit erklärt haben. Würden Sie sich bitte den Lesern kurz einmal selbst vorstellen?

Foto zur Verfügung gestellt von Random House
Ich heiße Frauke Nahrgang, Jahrgang 1951, geboren in Stadtallendorf, einer kleinen Industriestadt in Hessen. Dort lebe ich auch heute noch. Ich bin verheiratet und habe zwei inzwischen erwachsene Kinder. Von Beruf bin ich Grundschullehrerin – noch bis zum 30.6. dieses Jahres, dann gehe ich in den Ruhestand. Zum Schreiben habe ich erst spät gefunden, als Kind habe ich es nämlich gar nicht gemocht. Bei Lesungen vor Schulklassen führe ich mich oft selber als Beispiel an: Niemand ist davor gefeit, doch noch ein Schreiber zu werden.
Als Sie hörten, daß wir Sie zum Projekt „Fußball-EM“ interviewen wollen, haben Sie sofort zugesagt. Was persönlich, abgesehen von Ihren Büchern, bedeutet Ihnen der Fußball?
Fußball spielt in meinem Leben, im Leben meiner ganzen Familie, eine riesengroße Rolle. Als meine Tochter klein war, fragte sie mich einmal: „Was machen die Leute, die sich nicht für Fußball interessieren, am Samstagnachmittag?“ Ich wusste darauf keine Antwort. Ein Leben ohne Fußball ist für uns nicht vorstellbar. Schon als kleines Kind bin ich am Sonntag auf den Fußballplatz gegangen, um den heimischen Verein zu unterstützen. Damals hatte ich meine ganz große Liebe noch nicht gefunden: Eintracht Frankfurt. Ich bin Mitglied in einem Eintracht-Fanclub, habe eine Dauerkarte im Stadion, fiebere mit, heule, juble, je nach Situation. Ich selber habe nie Fußball gespielt, ich habe auch kein Talent dafür. Aber als Fan habe ich sicher Champions-League-Format.
Ihre wohl berühmtesten Bücher sind die der Teufelskicker-Buchreihe. Wie ist die Idee zu dieser Buchreihe entstanden?
Meine Tochter hat viele Jahre Fußball gespielt. Catrina, das rothaarige Mädchen aus den Büchern, die resolut dazwischen grätscht, ist ihr nachempfunden. Mein Sohn hat auch alle Altersklassen im Kinder-und Jugendfußball durchlaufen. So habe ich viele Kinderfußballspiele live gesehen und dabei einiges von den Wünschen, Träumen, Enttäuschungen der jungen Kicker miterlebt. In einer Fußballmannschaft gibt es viele interessante Figuren, über die man Geschichten erzählen kann.
Hätten Sie sich jemals träumen lassen, daß die Buchreihe mal so erfolgreich sein würde?
Nein, nicht wirklich. Für den Erfolg war es aber sicher auch hilfreich, dass wir 2006 die WM im eigenen Land hatten. Das hat Fußball noch einmal mehr in den Focus gerückt.
Wenn Sie sich neue Geschichten ausdenken, wie gehen Sie dabei vor? Gibt es bestimmte Dinge oder auch Situationen, die Sie inspirieren?
Manchmal schnappe ich etwas auf, auf dem Schulhof, in den Nachrichten in der Zeitung, woraus sich dann eine Idee entwickelt. Meistens ist das aber der härteste Teil der Arbeit, die passende Idee zu finden. Da mühe ich mich manchmal sehr. Aber wenn sie dann da ist, weiß ich oft nicht mal, wo genau sie hergekommen ist.
Glauben Sie, daß es heutzutage schwerer ist, Kinder zum Lesen zu bewegen, da ja Computer und Co. immer mehr die Oberhand gewinnen?
Computerspiele sind sicher eine Konkurrenz zum Lesen. Aber beim Umgang mit dem Computer ist Lesen oft erforderlich und wird so mitgeübt. Und wer ohne besondere Anstrengung lesen kann, wird irgendwann doch wieder zum Buch greifen.
Haben Sie selbst als Kind Bücher gelesen und wenn ja, welches war Ihr Lieblingsbuch?
Ich habe sehr viel gelesen und war regelmäßiger Besucher der örtlichen Bibliothek. Meinen Favoriten waren die Kinder aus Büllerbü von Astrid Lindgren.
Was halten Sie von den Kinderbuchlotsen und deren Bestreben den Kindern und Jugendlichen das Lesen wieder schmackhafter zu machen?
Eine gute Idee, Kinder in die Beurteilung von Büchern miteinzubeziehen. Und jede Aktion, die Bücher und Kinder zusammenbringt, ist unterstützenswert.
Bei unserem Fußball-Projekt müssen Schulklassen Tipps abgeben, zu den jeweiligen Spielergebnissen der Fußballspiele der Deutschen Mannschaft. Was glauben Sie, wer wird bei der Fußball-EM siegen?
Hhm, ich liege mit meinen Tipps oft voll daneben. Aber ich hoffe natürlich auf die deutsche Mannschaft und drücke beide Daumen.
Ich danke vielmals, daß Sie sich die Zeit genommen haben für das Interview und es würde mich freuen, wenn wir Sie weiterhin für unsere Projekte begeistern könnten! Herzlichen Dank!
© Cornelia Bruno, Andreas Illig

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