Schattenblüte 01 – Die Verborgenen

von Nora Melling

Inhalt:
Eine Liebe, stärker als der Tod

Seit dem Tod ihres Bruders ist für Luisa nichts mehr, wie es war. Sie beschließt zu sterben. Aber kurz vor dem letzten Schritt hält jemand sie auf: Thursen nennt sich der Junge mit den ­geheimnisvollen Schattenaugen. Mit einer Gruppe ­Jugendlicher lebt er im Wald, und er spürt Luisas Schmerz. Die «Verborgenen» können ihre Gestalt ändern: Sie sind ­Werwölfe. Mit jeder Verwandlung wird Thursen mehr zum Tier – und die Erinnerungen an sein vorheriges Leben verblassen. Bald wird er ganz Wolf sein. Dann hat Luisa auch ihn verloren. Für ihre große Liebe ­würde sie alles tun. Doch reicht das, um Thursen zu retten?

Autorin:
Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren. Schon als Kind liebte sie es, phantastische Geschichten zu erfinden. Doch erst einmal machte sie eine kaufmännische Ausbildung und zog zum Studium nach Berlin, bevor sie sich den Traum erfüllte, ihren ersten Roman zu schreiben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin-Zehlendorf und geht oft im Grunewald spazieren, wo sich auch ihre Werwölfe tummeln. Zuvor erschien bei Polaris “Schattenblüte. Die Verborgenen”.

Lieblingszitat:
“Wir bleiben zusammen. Nichts wird sich ändern. Jetzt weiß ich, warum Karr sterben wollte. Er hatte keine Zukunft. Doch Thursen hat eine: mich. Und er ist meine. Darum können wir leben, was auch immer geschieht. Wir haben uns.”

Eigene Meinung:
Der Einstieg in den Roman fällt dem Leser recht leicht. Die Autorin schafft es ihn schon innerhalb der ersten Seiten dazu zu bringen, sie in die Situation einzufinden und mit der Protagonistin mitzufühlen.
Unterstützt wird der gelungene Einstieg durch eine recht angenehme Sprache der Autorin. Diese ist jugendlich und frisch. Oft werden sehr kurze und einfache Sätze verwendet. Ich persönlich mag das nicht besonders, aber es trägt sehr gut dazu bei, sich in die düstere und verzweifelte Stimmung der Protagonistin hineinzufinden. Deren Gefühlswelt wird dem Leser so offen gelegt, dass dieser die Hauptfigur sehr schnell ins Herz schließt und mit ihr mitfühlt.
Während des gesamten Romans herrscht eine sehr düstere und depressive Stimmung. Kleine Lichtblicke werden schnell wieder verdrängt. Ich persönlich finde das nicht sehr angenehm und den emotionaleren Lesern unter uns werden ständig kleine Tränen in den Augen stehen. Dennoch passt diese Grundstimmung sehr gut zum Thema des Buches – Selbstmord, Tod und dessen individuelle Verarbeitung. Das Leben ist nun einmal nicht immer von Sonnenschein erfüllt und dieser Roman stellt das sehr gut dar.
Die Personen des Buches sind rund gestaltet. Jede besitzt sowohl Stärken aus auch Schwächen, sodass es keine Übercharaktere gibt. Darüberhinaus sind sie sehr lebensnah dargestellt.
Allgemein ist die Handlung des Romans sehr realitätsnah (wenn man von der Existenz der Werwölfe absieht). Es läuft nicht alles so, wie es der Leser gerne hätte, sondern die Protagonisten müssen durchaus auch Rückschläge einstecken. Dazu gibt es während des Geschehens viele Wendepunkte und Überaschungsmomente, wodurch der Handlungsverlauf nicht vorhersehbar ist und die Spannung steigt.
Dennoch sollte man bei “Schattenblüte” keinen Roman mit übermäßiger Spannung erwarten. Es geht vielmehr um das Innenleben der Protagonistin und ihre persönliche Verarbeitung mit dem Thema “Tod”. Dennoch ist der Leser auf eine gewisse Art und Weise an das Buch gefesselt. Erst in den letzten Seiten des Buches steigt die Spannungskurve extrem an und der Roman ist kaum noch zur Seite zu legen.
Alles in allem finde ich den Roman gut gelungen. Ich empfehle es Lesern ab vierzehn Jahren, die sich trauen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Diese Buchempfehlung wurden am Dienstag, 10. Juli 2012 durch Kibulo veröffentlicht.
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