Der Junge im gestreiften Pyjama
von John Boyne
Das Buch führt seinen Leser zurück in die Zeit des 2. Weltkriegs und begleitet Bruno, 9-jähriger Sohn des neuen Lagerkommandanten von Auschwitz, der erschreckend naiv dem Geschehen um sich herum begegnet. Er lernt Schmuel kennen, einem Jungen „hinter dem Zaun“ und es entwickelt sich eine besondere Freundschaft zwischen den Beiden, ohne das Bruno ahnt, wie unwahrscheinlich ein glückliches Ende für diese Beziehung ist.
Nachdem ich viele Kritiken zu diesem Buch gelesen habe, welche weit auseinanderdrifteten, war meine Neugierde geweckt.
Während des Lesens war ich hin- und hergerissen. War das nun brillanter Sarkasmus? Oder wurde das Thema einfach nur verfehlt? Um ehrlich zu sein, bin ich mir auch jetzt, einige Zeit, nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe, noch nicht ganz sicher, wie ich es finde. Der Autor gibt seine Geschichte als Fabel aus und als solche sollte man es auch lesen. Aus dieser Sichtweise ist das Buch solide.
Es zeigt aus einer kindlichen, sehr naiven Perspektive die Zeit des Nationalsozialismus. Wenn man bestimmte Ungereimtheiten ignoriert und als literarisches Mittel hinnimmt, ist es eine durchaus interessante Lektüre, welche zum Nachdenken anregt.
Sie liest sich flüssig, leicht verständlich, und aufgrund der Kürze der Geschichte hat man das Buch rasch durch. Fraglich für mich ist die Einstufung als Jugendbuch. Für einen jungen Leser ist es meiner Ansicht schwer zu interpretieren, erst recht wenn das abgehandelte Thema Neuland für ihn ist.
Mein persönliches Fazit: Eine durchaus gelungene Fabel über ein wichtiges Thema, eine interessante Erzählweise, aber nicht als Jugendlektüre geeignet um junge Menschen mit der Zeit des Nationalsozialismus vertraut zu machen. Es fehlt am Ende die Tiefe, das Gefühl für den Leser, weshalb mich „Der Junge im gestreiften Pyjama“ nicht ganz überzeugen konnte.

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