Die Verlorenen von New York

Die Verlorenen von New York
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von Susan Beth Pfeffer

In „Die Verlorenen von New York” geht es im Prinzip um dasselbe, wie im ersten Teil der Moon-Crash-Triologie „Die Welt, wie wir sie kannten”. Was sich ändert, sind die Charaktere im Buch, begleitet man im Teil 1 Miranda, ist es dieses Mal Alex Morales.

Zu der Geschichte: Ein Asteroid hat den Mond aus seiner Umlaufbahn katapultiert und dadurch furchtbare Katastrophen auf der Welt ausgelöst(Erdbeben, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche usw.). Millionen Menschen sterben und den Überlebenden stehen schwierige Zeiten ins Haus. Alex Morales ist plötzlich ganz alleine für seine zwei kleinen Schwestern Briana und Julie verantwortlich, da sein Vater zum Zeitpunkt des Einschlages in Puerto Rico und seine Mutter auf den Weg zu ihrer Arbeitsstelle war. Zu Beiden fehlt der Kontakt und niemand weiß, ob sie überhaupt noch leben. Alex tut alles, um das Leben seiner Schwestern zu sichern, was in Zeiten von Lebensmittelknappheit, Seuchen und Stromausfällen alles andere als leicht ist. Er sehnt sich nach einem normalen Leben, doch wird es mit jedem Tag aussichtsloser, diesen Zustand jemals wieder zu erreichen.

Es war schon seltsam, einerseits handelt es sich um eine Trilogie, andererseits lassen sich die ersten beiden Teile vollkommen unabhängig voneinander lesen. Natürlich, die Katastrophe ist dieselbe, jedoch erlebt man sie im ersten Teil in einem ländlichen Bereich, Teil zwei spiegelt das Leben der Katastrophe in einer Großstadt wieder und genau dieser Unterschied ist für den Leser wahnsinnig interessant. Man denkt automatisch, eine Großstadt wie New York wäre besser für eine Ausnahmesituation gerüstet, aber man wird schnell eines Besseren belehrt und sieht sich fatalen Auswirkungen gegenüber, die man gar nicht einberechnet hätte.

Alex ist eine wahnsinnig symphytische Hauptperson, man fühlt mit ihm die Verzweiflung mit und leidet, wenn er für seine Schwestern versucht einen Alltag zu erschaffen, der ohne Eltern + der Katastrophe nicht möglich ist. Einzig die Ungerechtigkeit, die er gegenüber seinen Schwestern zu Tage kommen lässt, hat mich wahnsinnig gestört. Schon von Beginn an ist klar, dass Briana seine Lieblingsschwester ist, was unter Geschwistern nicht so selten vorkommt, trotzdem war sein Verhalten und seine Wortwahl gegenüber Julie einfach oft unangebracht.

Was ich an den beiden Büchern seltsam finde, ist die Verbindung zur Religion, die sich immer findet. Im ersten Teil war es Mirandas beste Freundin, die voll und ganz in ihrem Glauben aufgegangen ist, dieses Mal war es die fünfzehn jährige Briana, die sich in den Glauben zu Gott „verliert”. Es ist jetzt nicht so, dass es ein komplett religiöses Buch ist, nein, in „Die Welt, wie wir sie kannten”, wird das Thema sogar ein bisschen abschätzig behandelt und in „Die Verlorenen von New York” fügt es sich eigentlich auch gut ein und trotzdem – ich bin mir nicht sicher, weshalb die Autorin die Religion immer wieder zur Sprache bringt, an einigen Stellen fand ich es allerdings einfach nur lästig.

Alex ist ähnlichen Situationen wie Miranda ausgeliefert und doch findet er andere Lösungswege, um über die Runden zu kommen. Zudem ist er nahezu auf sich alleine gestellt, was dem Buch noch eine besondere Intensität verleiht. Der Spannungsbogen ist durchgängig, man fiebert mit Alex und seinen Schwestern mit, hofft und bangt mit ihnen. Die Geschichte lässt sich nicht einfach weglegen, sondern möchte in einem Zug durchgelesen werden, wobei der leichte Schreibstil sicherlich auch dabei eine Rolle spielt.

Fazit:
Ein würdiger Nachfolger, der den Leser mitten in eine Katastrophe katapultiert und einem das Gefühl vermittelt, direkt im Geschehen zu sein. Man lässt sich von der Dynamik der Geschichte mitreißen und kämpft an Alexs Seite ums Überleben.

Reihenfolge der Moon-Crash-Trilogie:
1. Die Welt, wie wir sie kannten (März 2010)
2. Die Verlorenen von New York (April 2011)
3. Das Leben, das uns bleibt (August 2012)

Diese Buchempfehlung wurden am Samstag, 14. Juli 2012 durch Kibulo veröffentlicht.
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