JUST LISTEN
von Sarah Dessen
In dem Roman “Just Listen” geht es um Annabel, die nach außen hin wirkt als hätte sie alles, was man sich nur wünschen kann. Doch das ist nur der Blick von außen, den in Wirklichkeit hat sie seit einer Party im Sommer nichts mehr. Ihre beste Freundin tyrannisiert sie in der Schule und Annabel findet nicht den Mut, um sich mit ihrem Geheimnis, das sie sehr belastet, jemandem anzuvertrauen. Doch dann lernt sie Owen kennen und durch ihn verändert sich ihr ganzes Leben, denn Owen sagt immer die Wahrheit. Ganz im Gegensatz zu Annabel, die das lieber vermeidet, um den um sie herum anscheinend währenden Frieden nicht zu zerstören. Owen gelingt es schließlich Annabel aus ihrer Isolation herauszulocken und irgendwann fasst sie zu ihm genug Vertrauen, um ihm sogar ihr dunkelstes Geheimnis anzuvertrauen.
Die Autorin beschreibt in ihrem Buch sehr gut die Gefühle der Hauptperson, Annabel und auch die ihrer Familie. Die Familie scheint nach außen hin perfekt zu sein, doch der Schein trügt, denn in ihrer Familie werden Probleme nicht laut ausgesprochen, sondern totgeschwiegen, wodurch innerhalb der Familie viele Konflikte entstehen.
Sarah Dessen beschreibt auf einfühlsame Weise, wie sehr sich das Leben verändern kann und wie Freundschaften zerbrechen.
Das Buch ist gut geschrieben, auch wenn man anfangs durch die plötzlichen Rückblicke irritiert und regelrecht aus dem Kontext herausgerissen wird. Doch man gewöhnt sich gut an den Stil des Buches.
Am Anfang wird lange um die eigentliche Geschichte herum erzählt und man erfährt auch erst sehr spät um was es sich bei Annabels Geheimnis handelt. Durch das späte Aufdecken wird zwar die Spannung erhöht, doch ich finde, dass es etwas zu lange hinausgezögert wird.
Annabel ist manchmal schwer zu verstehen, da sie einen sehr speziellen Charakter hat und Konflikten immer aus dem Weg geht. Allerdings motiviert es einen in diesem Fall sogar weiterzulesen, denn es erhöht die Spannung und man leidet mit der Hauptperson.
Die anderen Figuren des Romans sind ebenfalls gut beschrieben und haben die unterschiedlichsten Charaktereigenschaften, wodurch das Buch lebendiger wird und realer wirkt.
Zudem spricht die Autorin viele Themen und Probleme an, mit denen man auch im eigenen Leben konfrontiert wird oder werden könnte.
Ich würde das Buch allerdings nur Mädchen und jungen Frauen empfehlen, da es hauptsächlich um “Mädchenkram” geht.
Ich finde das Buch gut, denn es zeigt, auf eindrucksvolle Weise, was sich hinter einer scheinbar makellosen Familie verbergen kann, und erzählt gleichzeitig eine Geschichte von Freundschaft und Liebe, wenn auch mal auf andere Weise. Es ist auf jeden Fall lesenswert.

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