Nach dem Sommer

von Maggie Stiefvater

Erster Satz:
Ich erinnere mich, wie ich im Schnee lag, ein kleines, warmes Bündel, das langsam kälter wurde.

Rückentext:
Jeden Winter wartet Grace darauf, dass die Wölfe in die Wälder von Mercy Falls zurückkehren – und mit ihnen der Wolf mit den goldenen Augen. Ihr Wolf.

Ganz in der Nähe und doch unerreichbar für sie, lebt Sam ein zerrissenes Leben: In der Geborgenheit seines Wolfsrudels trotzt er Eis, Kälte und Schnee, bis die Wärme des Sommers ihn von seiner Wolfsgestalt befreit. In den wenigen kostbaren Monaten als Mensch beobachtet er Grace von fern, ohne sie jemals anzusprechen – bevor die Kälte ihn wieder in seine andere Gestalt zwingt.

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Sam weiß, dass es sein letzter Sommer als Mensch sein wird. Es ist September, als Grace den Jungen mit dem bernsteinfarbenen Blick erkennt und sich verliebt. Doch jeder Tag, der vergeht, bringt den Winter näher – und mit ihm den endgültigen Abschied.

Klappentext:
„Für jedes bekommt man einen glücklichen Tag, wusstest du das?“ Ich verstand nicht, was er meinte, auch nicht, als er die Hand öffnete und mir die zerknickten Blätter darin zeigte. „Einen glücklichen Tag für jedes fallende Blatt, das man fängt.“
Ich beobachtete, wie sich die Blätter langsam zu entfalten begannen und leicht im Wind zitterten. „Wie lange hast du gewartet?“
Wenn er sich getraut hätte, mir bei der Antwort in die Augen zu sehen, wäre es beinahe unerträglich romantisch gewesen. Stattdessen hielt er den Blick gesenkt und bohrte seine Stiefel ins Laub – so viele glückliche Tage. „Ich warte immer noch.“

Über die Autorin:
Maggie Steifvater, geboren 1981, hatte glücklicherweise immer Schwierigkeiten, ihren Hang zu Tagträumerei und Selbstgesprächen mit ihren Selbstgesprächen zu vereinbaren. Anstatt also als Kellnerin, Kalligraphielehrerin oder Technische Redakteurin zu arbeiten, versuchte sie es mit der Kunst.
Heute lebt sie als erfolgreiche Musikerin, Malerin und Autorin in Virginia, ist verheiratet, hütet zwei kleine Kinder sowie zwei neurotische Hunde und hofiert eine verrückte Katze. „Nach dem Sommer“ ist der Auftakt einer mitreißenden Trilogie.

Inhalt:
Grace ist siebzehn und hat ein eigentlich normales Leben, wenn man von den Wölfen absieht. „Ihren“ Wölfen, wie sie sie nennt. Die Wölfe wohnen in dem Wald hinter ihrem Haus und der eine hat es ihr besonders angetan – der mit dem schwarzen Fell und den gelben Augen.
Eines Tages durfte sie ihn berühren. Das erste Mal seit den sechs Jahren, wo sie ihn das erste Mal gesehen hatte. Und nach sechs Jahren durfte sie ihn umarmen.
Dann lernt Grace Sam kennen, einen jungen Mann, der genau die gleichen Augen hat wie „ihr“ Wolf.
Und er ist „ihr“ Wolf. Und seit sechs Jahren in sie verliebt.
Eine Liebe beginnt, die nur eine Grenze kennt – das Wetter. Denn wenn es zu kalt wird, verwandelt sich Sam in den Wolf – und wird sich nie wieder zurückverwandeln, da ist er sich sicher. Und Grace ist einmalig. Als sie klein war, wurde sie von den Wölfen gebissen – und hat sich nie verwandelt. Sie hat das nie überrascht, aber Sam macht das stutzig. Er hatte sie gesehen, wie die Wölfe sie gebissen haben, fast auseinandergerissen hatten. Und er weiß: In ihrem Herzen ist Grace ein Wolf – sie riecht und hört besser als die Menschen. Doch wieso? Gibt es ein Heilmittel gegen den Wolf, von dem das Rudel nichts wusste?
Und dann tauchen noch weitere Probleme im Rudel auf. Jack, ein Schlägertyp, wurde gebissen und ist nun auch ein Wolf. Und es fangen immer mehr Leute an, das Geheimnis der Wölfe aus Mercy Falls zu entdecken. Und das Wetter wird immer kälter. Kälter. Und kälter.

Meine Meinung:

Kaufgrund:
Ich habe es mir ausgeliehen, weil ich schon so oft tolle Rezensionen über dieses Buch gelesen habe und weil ich eine Coverkäuferin bin – und dieses Cover ist einfach nur wunderschön.

Sprache, Ausdruck:
Was soll ich sagen – der Schreibstil ist fesselnd. Es ist wunderbar. Man will weiterlesen und weiterlesen und weiterlesen… Und auf einmal ist das Buch zu Ende.
Erzählt wird in abwechselnder Sicht. Ein Kapitel Grace, ein Kapitel Sam. Das hat mir sehr gut gefallen, da man auch mehr über das Rudel erfahren hat, über die Sachen, die Sam Grace nicht erzählen will.
Die Kapitel haben eine unterschiedliche Länge – mal nur drei Sätze, mal 15 Seiten. Aber auch das hat mich überhaupt nicht irritiert, wie es sonst der Fall ist.

Figuren:
Wichtigste Figuren: Grace, Sam, Jack, Beck.
Da die Sicht wechselt, erfährt man mehr über Grace, beziehungsweise Sam. Die Figuren sind so mit Liebe ausgearbeitet. Das Zurückhalten von Sam; wie er sich weichlich verhält, weil er sie nicht verlieren will, und weil er total abhängig vom Wetter ist.
Es ist sofort klar, dass Sam und Grace zusammenkommen und trotzdem bleibt es spannend, weil Sam Grace schützen will.
Jack bringt wieder Action in die Sache, und eigentlich ist er ein totales Arschloch, doch ich glaube, dass das gerade wichtig ist.
Beck – Rudelanführer und der gefühlte Vater von Sam. Mir war er sofort sympathisch und trotzdem, er ist wichtig und auch er rüttelt die Romanze auf.

Aufmachung:
Beim Cover gibt es nur ein Wort, was es annähernd beschreibt: Atemberaubend. Die Farben, das Glitzer, das Verspielte. Das Cover ist einfach wunderbar.
Auch der Titel ist schön. „Nach dem Sommer“. Nach dem Sommer verwandelt Sam sich in einen Wolf. Und hauptsächlich darum geht es ja.
Unter den Kapiteln steht immer die Temperatur; wie sehr Sam davor ist, sich zu verwandeln.

Plot:
Wenn ich jetzt so nachdenke… Es gibt nicht viel Plot. Zumindest nicht am Anfang, wo Sam und Grace sich nähern. Am Anfang ist es halt das Wetter, was die Spannung hereinbringt – wird es zu kalt, verwandelt Sam sich – für immer. Erst in der zweiten Hälfte kommt ein „richtiger“ Plot – Jack wird gebissen, Shelby jagt Grace…
Das Ende ist sooooo schön und traurig. Es ist das erste Buch seit EWIGKEITEN, das mich zu Tränen gerührt hatte. Ich wollte das gar nicht, aber ich konnte nicht anders. Das Ende war so schön traurig… Ich will hier nicht mehr schreiben, da ich sonst spoiler.
Die Idee ist mir auch noch nicht vor die Augen gekommen. Werwölfe. Wenn man das hört, denkt man an Vollmond, an grausige Gestalten. Es wird total verändert. Sie verwandeln sich bei Kälte und natürlich ist die Hauptperson anders als das gesamte Rudel – sie verliebt sich in einen Menschen und will sich ihretwegen ändern.
Ich könnte jetzt sagen „Sooo viel Ähnlichkeit mit „Twilight““, aber das tue ich nicht. Natürlich – Parallelen sind vorhanden. Aber die Romanze, das Außergewöhnliche… Deswegen lesen wir doch solche Bücher, oder nicht? Um die Schnulze zu genießen, um wenigstens in Büchern von der Liebe zu lesen, die Berge versetzen kann.

Fazit:
Wow. Das Buch ist einfach nur der Hammer. Plot, Schreibstil und die Figuren – alles wunderbar und ich habe das Buch VERSCHLUNGEN. Es ist ein Buch, was man wegen dem Cover UND wegen der Geschichte besitzen sollte.
Ich gebe dem Buch 5 von 5 Büchern, weil es mich zu Tränen gerührt hat und weil es einen so schönen wundertollen wund schnulzigen Plot hat – ich steh auf Schnulzen.

Diese Buchempfehlung wurden am Dienstag, 24. Juli 2012 durch Kibulo veröffentlicht.
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