Rubinrot. Liebe geht durch alle Zeiten
von Kerstin Gier
Kurzbeschreibung:
Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16-jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Dass man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert!
Zur Autorin:
Kerstin Gier, Jahrgang 1966, hat als mehr oder weniger arbeitslose Diplompädagogin 1995 mit dem Schreiben begonnen. Mit riesigem Erfolg: Gleich ihr Erstling Männer und andere Katastrophen wurde mit Heike Makatsch in der Hauptrolle verfilmt. Inzwischen stehen ihre Romane wie Für jede Lösung ein Problem oder Gegensätze ziehen sich aus regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Die DeLIA-Preisträgerin lebt mit Mann, Sohn und Katze in einem Dorf in der Nähe von Bergisch Gladbach.
Rezension:
Die 16-jährige Gwendolyn Shepherd lebt mit ihrer Mutter Grace und ihren beiden jüngeren Geschwistern Caroline und Nick bei ihrer durchwegs weiblichen Verwandtschaft in einem herrschaftlichen Anwesen in London. Sie ist ein ganz normaler Teenager, der es liebt, mit ihrer besten Freundin Leslie DVD-Nachmittage zu veranstalten und über alles Mögliche zu quatschen. Doch ihre Familie birgt uralte Geheimnisse: Sie trägt das Zeitreise-Gen in sich und Charlotte, Gwendolyns Cousine, ist die Nächste in der Reihe der Zeitreisenden und jeder in der Familie wartet aufgeregt auf ihren ersten Sprung.
Doch der will sich partout nicht einstellen, stattdessen springt Gwendolyn zu ihrer eigenen Überraschung in der Zeit. Leider ist sie darauf überhaupt nicht so gut vorbereitet wie Charlotte, die seit ihrer Kindheit darauf mit Fechtunterricht, Konversation usw. gedrillt wurde. Und zu allem Übel muss sich Gwendolyn auch noch mit Gideon de Villiers auseinandersetzen, einem arroganten jungen Mann, der das Gen ebenso hat und Gwendolyn mit auf die Reise nimmt…
Kerstin Gier konnte mich mit dem ersten Teil ihrer Edelstein-Trilogie komplett überzeugen und auch sehr gut unterhalten.
Gleich von Anfang an ist man in der Geschichte um Gwendolyn mittendrin, erlebt sie als einen einnehmend sympathischen Charakter, der manchmal etwas tollpatschig wirkt, sich aber prima im Leben zurechtfindet und sehr witzig in ihren Kommentaren ist. Man kann als Leser gut ihre Unsicherheit bezüglich der Gabe, die sie überraschenderweise anstelle ihrer Cousine Charlotte geerbt hat, verstehen.
Gideon hingegen entfaltet seinen Charme erst später, denn zu anfangs wirkt er sehr arrogant und von sich eingenommen. Gwendolyn behandelt er wie ein kleines Kind und macht sich über sie lustig, weil sie keinerlei Vorkenntnisse bezüglich des Zeitreise-Gens hat. Doch nach und nach entwickelt sich sein Charakter zu einem ebenfalls sympathischen jungen Mann.
Mich konnte Rubinrot vollends überzeugen, denn Kerstin Gier hat einen wunderbaren Schreib- und Erzählstil, der zu unterhalten und zu fesseln weiß. Der Roman ist mit Spannung, Abenteuer, einem Hauch von einer Liebesgeschichte und vor allem durch seinen Humor und Witz ungeheuer unterhaltsam. Das Ende ist mit einem gelungenen Cliffhanger ausgestattet, so dass man sich gleich den nächsten Band, Saphirblau, zum Lesen aus dem Regal ziehen möchte. Zum Glück steht die komplette Trilogie bereits zum Lesen bereit, und ich werde mich schon bald mit Gwendolyn auf ihre nächste Reise machen, die hoffentlich ebenso spannend und witzig werden wird.
Fazit: Rubinrot ist ein spannender und auch witziger Trilogie-Auftakt, der das Thema Zeitreisen vor allem für jugendliche Leser unterhaltsam an den Leser bringt. Kerstin Gier versteht es, ihren Charakteren Leben einzuhauchen und ich bin sehr gespannt, wie es mit der witzigen Gwendolyn und dem sympathischen Gideon auf ihren gemeinsamen Reisen weitergehen wird.

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