Abenteuer im Buntmeer – Elise und die Lügentinte

von Anna Katharina Moll

 

Elise Wassernix ist eigentlich ein ganz normales Mädchen. Sie ist 9 Jahre alt und besucht die Grundschule in Lülliburg. Beim Schwimmunterricht hat Elise Angst im tiefen Wasser zu schwimmen, deshalb wird sie von den anderen Kindern gehänselt und “Nixwasser” genannt. Als sie im Nichtschwimmerbecken das Schwimmen üben soll, erscheint plötzlich das Meermädchen Lilly Grün, sie gibt Elise eine Schwanzflosse und nimmt sie durch einen geheimen Gang mit ins Buntmeer. Im Meermenscheninternat in Meerheim soll Elise als Lehrerin für Menschenkunde aushelfen…

“Elise und die Lügentinte” ist ein spannendes Buch für Mädchen (und Jungen) ab 7  Jahren. Sehr fantasie- und liebevoll, witzig und auch spannend wird die Geschichte über Freundschaft und Ehrlichkeit erzählt. Die Figuren sind sehr detailreich beschrieben, im Buntmeer gibt es für den Leser viel Kurioses zu entdecken, zum Beispiel das Fischofon, einem kleinen Fisch im Glas, mit dem man “Telefonieren” kann. Die Kapitel sind nicht zu lang, so verlieren auch Leseanfänger nicht die Lust an der Lektüre.

Die Covergestaltung ist auch mehr als gelungen. Celia Röpke hat sich von der Geschichte inspirieren lassen und eine zauberhafte, bunte Unterwasserwelt gezeichnet. Die Illustrationen zu Beginn eines jeden Kapitels sind ebenfalls wunderschön, jedoch in schwarz-weiß.

“Elise und die Lügentinte” hat meiner gesamten Familie gefallen. Wir Eltern (sogar der Papa) hatten viel Spaß beim Vorlesen und fanden die Geschichte ebenfalls sehr spannend. Meine Tochter (seit 6 Monaten in der Schule) hat das Buch selbst auch in Rekordzeit gelesen und war von der Geschichte sehr fasziniert.

Da das Ende der Geschichte etwas offen blieb, hoffen wir, dass es bald eine Fortsetzung geben wird.

 

Ein rundum gelungenes Buch für Mädchen UND Jungen

5 von 5 Sterne

Kategorie: Ab 6 Jahren, Fantasy, Kinder- & Jugendbücher
Rezension von: connychaos
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Ein Jahr mit den Schwalben

von Thomas Müller

In dem kleinen Ort, in dem ich in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufgewachsen bin, gab es noch unzählige kleine und größere Bauernhöfe mit ihren Scheunen und Ställen. Aber auch viele andere ältere Häuser bildeten mit ihren Dachkonstruktionen ganz hervorragende Nist- und Brutplätze für die verschiedensten Schwalbenarten. Es war damals in unserem Ort der häufigste Vogel. Auf den noch wenig asphaltierten Straßen und Wegen fanden diese wunderbaren Vögel genug Wasser und Schlamm, den sie brauchten, um ihre Nester an die Wände und unter die Dächer zu kleben.

Wenn ich heute dorthin komme, sieht man nur noch ganz selten Schwalben, so wie anderswo auch. Ihre Lebensbedingungen haben sich in unseren Dörfern und Städten erheblich verschlechtert. Doch noch gibt es sie, noch kann man sie beobachten, wenn man nur ein wenig hinaus aufs Land fährt, dort wo es noch Ställe für das Vieh gibt.

Für alle die Kinder, die vielleicht in der Stadt wohnen, Schwalben noch nie oder bisher selten zu Gesicht bekommen haben, hat Thomas Müller hier ein wunderbares und vorbildliches Sachbilderbuch geschrieben und gezeichnet, das die Schwalben auf ihrem Weg durch das Jahr begleitet. Der Nestbau des Schwalbenpaars im Kuhstall, die Aufzucht der Jungen und deren erste Flugversuche. Einen ausgelassenen Sommer lang sind diese Zugvögel unsere Gäste, bevor sie dann im Herbst sich sammeln für den langen Weg in den Süden.

Doch im Frühjahr kommen sie wieder, und der Lebensrhythmus beginnt erneut, zur Freude von Groß und Klein.
Ein beispielhaftes und schönes Sachbilderbuch für Kinder ab etwa 4 Jahren zum Vorlesen und Anschauen geeignet.

Kategorie: Ab 4 Jahren, Bilderbücher, Kinder- & Jugendbücher, Sachbücher, Vorschulalter & Erstlesealter
Rezension von: Winfried Stanzick
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Zirkel

von Sara B. Elfgren und Mats Strandberg

Die sechs Mädchen könnten nicht verschiedener sein. Abgesehen davon, dass sie in der schwedischen Kleinstadt Engelsfors leben, auf dieselbe Schule gehen und sich nicht mögen, haben sie nichts gemeinsam. Glauben sie. Doch eines Nachts werden sie im Wald zusammengeführt. Sie sind auserwählt, das Böse, das in der Stadt lauert, zu bekämpfen. Schaffen sie es, miteinander auszukommen? Denn nur mit vereinten Kräften können sie die dunklen Mächte besiegen.
Ein spannender Auftakt zu der Engelsfors-Trilogie. Magie durchfließt diese Geschichte im großen Stil, denn man findet ihr zwar etliche bekannte Ideen, welche aber von den Autoren zu einer komplett neuen Mischung gebracht wurden. In diesem Buch findet man die typische Atmosphäre eines schwedischen Krimis wieder; düster und ein wenig gruselig und beklemmend. Es tauchen auch viele psychologische Aspekte auf, für die die schwedischen Autoren bekannt sind. Mit viel Feinsinn werden diese Aspekte mit Magie vermischt, sodass ein echter Pageturner mit Tiefgang dabei herausgekommen ist. Durch einen sofortigen Einstieg ab der ersten Seite wird keinerlei Zeit verschwendet, sondern es geht gleich mit einem erschreckenden Ereignis los. Dabei wird (nicht nur an dieser Stelle) alles ungeschönt beschrieben. Auch im weiteren Verlauf findet der Leser keine unnötigen Stellen, die die Handlung in die Länge gezogen hätten. Alles hat seinen tieferen Sinn und wird ebenso erschreckend wie tiefgründig erzählt.
Nach und nach werden die einzelnen Charaktere vorgestellt, welche so unterschiedlich sind, wie man nur sein kann. Diese Charakterunterschiede werden feinfühlig herausgearbeitet und authentisch beschrieben. Die Mädchen sind dreidimensional und facettenreich beschrieben; man kauft ihnen ihr Verhalten ab, da sie die typischen Teenager wiederspiegeln. Da die Abschnitte aus der Sicht der verschiedenen Mädchen erzählt wird, kommt man ihnen emotional näher und begleitet sie auf ihren Irrungen und Wirrungen des Teenagerlebens plus ihrer Wandlung zu Hexen. Dabei werden einige Mädchen mehr beleuchtet als andere, sodass ich hoffe, mehr über die jeweilig anderen Mädchen zu erfahren.
Durch einen fesselnden, modernen und flüssigen Schreibstil flogen die 600 Seiten nur so dahin und entwickelten einen Sog, dem man sich nur schwerlich entziehen konnte. Der Erzählstil ist typisch schwedisch und atmösphärisch dicht.
Das Cover ist sehr ansprechend, da es eingängig und anders ist, als die zurzeit zu findenden Bücher auf dem deutschen Buchmarkt.

Kategorie: Ab 14 Jahren, Fantasy
Rezension von: Buecherwuermchen
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Kuss des Tigers

von Colleen Houck

Eine Liebe für die Ewigkeit
Nie im Leben hätte die achtzehnjährige Kelsey Hayes gedacht, dass sie einmal nach Indien reisen würde. Und schon gar nicht mit einem Tiger als Reisegefährten! Doch ihr Ferienjob im Zirkus Maurizio verändert ihr Leben ein für alle Mal, denn dort begegnet sie Ren, dem majestätischen weißen Tiger. Sofort spürt Kelsey, dass zwischen ihr und dem Tiger eine ganz besondere Verbindung besteht.
Als sie gebeten wird, Ren nach Indien zu bringen, um ihn dort auszuwildern, zögert sie keine Sekunde, ihren Schützling zu begleiten. In dem fremden Land angekommen, erfährt sie, dass Ren ein tragisches Geheimnis verbirgt: Er ist ein verwunschener indischer Prinz, der einst von einem mächtigen Magier dazu verdammt wurde, sein Leben als Tiger zu verbringen. Im Laufe der Zeit hat er die Hoffnung aufgegeben, jemals Erlösung zu finden – bis er in Kelsey das Mädchen kennenlernt, das hinter die Fassade der wilden Bestie zu blicken vermag. Doch finstere Mächte wollen Rens Befreiung verhindern. Wird die Liebe Kelseys zu ihrem Tigerprinzen ausreichen, um Ren zu helfen?
Dieses Buch ist kaum mit Worten zu beschreiben. Es ist so wunderschön und gleichzeitig so dramatisch, dass man jederzeit mit tiefster Seele dabei ist. Eine spannende Handlung wird mit einer wundervollen romantischen Dramatik verbunden. “Kuss des Tigers” ist ebenso vielschichtig wie das Land in dem es spielt. Man erfährt viel über diese tolle und einzigartige Land und spürt all die Gerüche und Sinneseindrücke. Colleen Houck hat eine konstant hohe Spannungskurve angelegt und diese mit einer gehörigen Portion Romantik verknüpft, die das Kribbeln im Bauch auf den Leser übertragen. Die Dramatik an einigen Stellen, wobei das Dramatischste wohl das Ende ist, ist so herzzerreißend, dass man schon ein paar Tränchen verdrücken muss. Das Abenteuer das Ren und Kelsey bestreiten mutet wie Indiana Jones an und ist richtig spannend zu lesen. Es macht so viel Spaß sich in diese Welt entführen zu lassen, sei es auch nur für ein paar Stunden. Da “Kuss des Tigers” mit einem Cliffhanger endet und ich dieses Buch in einem Zug ohne Pause durchgelesen habe, möchte ich nun wissen, wie es weitergeht und fiebere dem zweiten Band dieser wundervollen Reihe entgegen, der im Juni erscheinen wird.
Kelsey ist ein ziemlich normaler amerikanischer Teenager, bis zu dem Zeitpunkt wo sie Ren (oder vielmehr dem Tiger Dhiren) kennenlernt. Von da an ändert sich ihr Leben schlagartig und sie erlebt das Abenteuer ihres Lebens. Diese Veränderung wurde von Collen Houck hervorragend herausgearbeitet, denn sowohl Gefühle als auch Handlungen waren authentisch und den jeweiligen Situationen angemessen. Sie ist so überwältigt von ihren Gefühlen zu Ren, dass sie Angst hat, dass sie nur ein Lückenbüßer für ihn ist. Diese Ängste und Sorgen kamen so realistisch herüber, dass man als Leser mit gelitten hat. Ren ist ein wundervoller Charakter, der wohl den Traum eines jeden weiblichen Wesen verkörpert; gut aussehend, liebevoll, leidenschaftlich und voller Liebe. Diese Liebe zwischen den beiden ist so wunderschön, dass man einfach nur dahinschmelzen kann.
Collen Houck hat ihre wundervolle Geschichte so lebendig und voller Energie erzählt, dass man ihr nicht mehr entkommen konnte und ihr hoffnungslos erlegen ist. Sie schreibt in einem flüssigen und bildhaften Schreibstil, der alles vor dem geistigen Auge Wirklichkeit und ein Teil davon werden lässt.
Das Cover spiegelt das Geheimnisvolle sehr gut wieder und man spürt, dass sich hinter diesem Cover eine wunderschöne Geschichte verbirgt.

Kategorie: Ab 14 Jahren, Fantasy
Rezension von: Buecherwuermchen
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Tote Mädchen lügen nicht

von Jay Asher

Das Buch hat mich sehr ergriffen. Es ist in 13 Kapiteln unterteilt, wobei jedes Kapitel die Überschrift der Kassette, die gerade läuft, beinhaltet und welche Kassettenseite. Hier ist der einzige Fehler mit dem Klappentext, denn es sind nicht 13 Kassetten, sondern 13 Kassettenseiten auf 7 Kassetten.
Jede Kassettenseite ist an eine Person gerichtet, die etwas mit dem Tod von Hannah zu tun hat. Die Erzählungen von Hannah sind in Kursiv geschrieben und werden immer wieder von Gedanken, die Clay hat unterbrochen. Außerdem was noch um Clay herum passiert werden in normaler Schrift geschrieben.
Die einzelnen Abschnitte werden durch die Zeichen Play, Pause und Stop unterteilt. Das bedeutet dann immer das Clay auf Pause gedrückt hat oder auf Start oder die Kassette ausgemacht hat.
Mich hat das Buch so gefesselt, das ich es kaum aus der Hand legen konnte und sehr schnell die 381 Seiten durch hatte. Man sieht an diesem Buch wieder, wie grausam Jugendliche und Erwachsene sein können.
Schockiert war ich vom Schluss (von der letzten Person). Ich fand nicht gut wie sie sich verhalten hat. Aber mehr will ich nicht davon erzählen.
Von mir bekommt dieses Buch 5 Mäuse, weil es einen so fesselt und man darüber nachdenken muss, warum sich manche Menschen umbringen. Mich hat dieses Buch auch so berührt, weil ich mit dem Thema Selbstmord auch schon in Berührung kam.

Kategorie: Ab 14 Jahren, Kinder- & Jugendbücher
Rezension von: backmausi81
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Lernabenteuer Deutsch Vorschule/Klasse 1. Die kleine Fee Ameli und der kleine Pirat Pat: Mein extrastarker Lese- und Schreibtrainer für die Vorschule

von Barbara Sengelhoff (Autor) und Corina Beurenmeister (Illustrator)

Die kleine Fee Ameli und der kleine Pirat Pat führen durch das gesamte Buch. Man lernt ihre Freunde kennen, sieht wo und wie sie wohnen, womit sie spielen, was sie können und lernen. Die erste Hälfte ist nur mit Ameli und die zweite nur für Pat. So eignet sich das Buch vielleicht am besten für Bruder und Schwester oder Freund und Freundin, wo der Junge die Aufgaben mit dem Piraten und das Mädchen die Aufgaben mit der Fee lösen kann. Aber letztendlich bleibt es sich egal, weil die Geschichten um die Fee oder den Piraten nicht so vordergründig sind, sondern sich vielmehr auf die kleinen Aufgaben konzentriert werden kann.
Es geht darum, Buchstaben zu erkennen, Anlaute zu hören, schreiben zu üben, zählen und lesen zu lernen. Das wird alles durch genaues Hinsehen, Malen, Schreiben, Basteln, Hören, Sprechen. Lesen und Vorlesen trainiert. Die Überschriften sind alle in Großbuchstaben geschrieben. Manche Seiten sind farbig illustriert, andere nur in Grautönen. Insgesamt handelt es sich um ein ansprechendes Buch für Kinder zur Vorbereitung auf den Schulstart. Es ist nicht sehr systematisch und auch nicht vollständig, einfach zum zusätzlichen Üben und beginnendem Lernen gedacht.

Kategorie: Ab 4 Jahren, Allgemein, Kinder- & Jugendbücher, Sachbücher, Vorschulalter & Erstlesealter
Rezension von: Wollibo
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Die Insel der besonderen Kinder

von Ransom Riggs

Kurzbeschreibung:
Der Schock trifft Jacob vollkommen unvorbereitet: In einem kleinen Wald findet er seinen tödlich verwundeten Großvater – und meint für einen kurzen, schrecklichen Moment, ein Monster im Unterholz zu sehen. Seine Eltern und ein Psychiater versichern ihm, dass er sich dies nur eingebildet hat, und schließlich ist Jacob bereit, ihnen zu glauben. Doch dann beginnen sich die Hinweise darauf zu mehren, dass Abrahams Schauergeschichten möglicherweise alles andere als erfunden waren. Gibt es auf einer Insel vor der Küste Englands vielleicht immer noch ein Heim für “besondere” Kinder? Jacob macht sich auf die Suche danach – und entdeckt mehr, als er jemals für möglich gehalten hätte…

Zum Autor:
Ransom Riggs wuchs in einem Fischerdorf in Florida auf, in einer Gegend, in der sich viele Amerikaner zur Ruhe setzen. Um nicht vor Langeweile zu sterben, begann er, in Bands zu spielen und mit Freunden Filme zu drehen. Später studierte er in Ohio und Los Angeles Literatur und Filmproduktion. Ransom Riggs arbeitet heute als Drehbuchautor, Journalist und Fotograf.

Rezension:
Abraham Portman erzählt seinem Enkel Jacob seit dessen Kindheit immer wieder Geschichten über die “besonderen” Kinder, die in einem Heim auf einer Insel an der Küste Englands leben und bei denen Abraham während des 2. Weltkriegs aufgenommen wurde. Als kleines Kind liebt Jacob diese Geschichten, doch mit zunehmendem Alter mag er seinem Großvater nicht mehr so recht glauben, was dieser über die Kinder zu berichten weiß. Die Fotos, die Abraham aus dieser Zeit aufgehoben hat, kommen Jacob immer mehr als plumpe Fotomontagen vor.

Als Jacob jedoch seinen Großvater eines Nachts im nahegelegenen kleinen Wald blutüberströmt findet, wird ihm langsam klar, dass an den Geschichten doch etwas dran sein muss, denn Abraham wurde von einem Monster regelrecht hingerichtet, dass nur Jacob sehen kann und er hinterlässt seinem Enkel ein paar merkwürdige Botschaften, die Jacob veranlassen, auf die Insel zu reisen. Bei seinen dortigen Nachforschungen stößt er bald auf das Geheimnis der Kinder und ihrer Heimleiterin Miss Peregrine…

Ransom Riggs ist mit “Die Insel der besonderen Kinder” ein kleines Schmuckstück gelungen, was vor allem an den zahlreichen Fotos liegt, die über das Buch verteilt sind. Sie zeigen größtenteils die “besonderen” Kinder und fügen sich nahtlos in Jacobs Geschichte ein. Manche wirken durchaus gruselig und schaffen somit, unterstützt durch Jacobs Erlebnisse, eine soghafte Atmosphäre, der man sich während des Lesens nur schwer entziehen kann.

Jacob, der sechzehnjährige Protagonist, schwächelt allerdings hin und wieder. Er wirkt oft recht naiv in seinem Handeln und etwas begriffsstutzig in manchen Situationen. Erst zum Ende hin empfand ich ihn als gereifter und erwachsener. Emma hingegen, in die er sich verliebt und die bereits seinen Großvater kannte, wurde in der Geschichte zwar als etwa gleichaltrig geschildert, auf den begleitenden Fotos hingegen wirkt sie deutlich älter, was mich etwas irritierte.

Der Schreibstil ist verständlich und recht einfach gehalten, doch versteht es Ransom Riggs sehr gut, dem Leser auch einige Gänsehautmomente zu bereiten. Als Jacob auf der Insel ankommt, nimmt die etwas gruselige und bedrückende Stimmung sehr an Fahrt auf und man kann sich dank Ransom Riggs’ bildhaften Schilderungen richtiggehend in Jacob hineinversetzen.

Das Ende ließ meiner Meinung nach etwas zu wünschen übrig, denn es wird vieles abrupt aufgelöst und geklärt, aber andererseits auch mit einem offenen Ausgang. Auf der Website des Autors ist jedoch nachzulesen, dass er eine Fortsetzung plant, womit dies zu erklären wäre. “Die Insel der besonderen Kinder” war für mich ein sehr schönes Leseerlebnis, vor allem die Fotos haben es mir angetan und ich würde mir mehr solcher illustrierten Bücher wünschen!

Zur Gestaltung des Buchs: Das in schwarz und grün gehaltene Cover zeigt eines der “besonderen” Kinder: Olive, das schwebende Mädchen. Die grünen Verschnörkelungen in den Ecken, Autorenname und Buchtitel wurden in Spotlackoptik hervorgehoben. Highlights sind definitiv die zahlreichen Fotos im Buchinneren!

Fazit: “Die Insel der besonderen Kinder” wird vor allem Leser des Fantastischen begeistern. Jacobs Geschichte und vor allem die Fotos konnten mich fesseln und ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

Kategorie: Ab 14 Jahren, Fantasy, Kinder- & Jugendbücher, Romane & Erzählungen
Rezension von: lesemaniac
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Mit Papa allein zu Haus

von Guido van Genechten

Immer mehr Väter müssen und wollen sich um ihre Kinder kümmern. In Zeiten, wo eine Familie mit Kindern mit einem Einkommen schon längst nicht mehr klarkommt, müssen Mütter und Väter lernen, sich bei der Betreuung und Erziehung der Kinder gegenseitig zu unterstützen. Dass dabei Väter oft einiges anders machen, organisieren und regeln als die Mütter, zeigt das vorliegende, in den Niederlanden preisgekrönte Bilderbuch von Guido van Genechten auf lustige und einladende Weise.

Zwei Kinder haben sie, Mama und Papa Elefant. Manchmal muss Mama zur Arbeit und dann passt der Papa auf die beiden Kinder auf „und zwar so, wie nur er das kann“. Er spielt mit ihnen ausgefallen und ausgelassen Spiele, wirft sie in die Luft und fängt sie wieder auf( meine Frau hatte, als unser Sohn klein war, davor immer Angst, während er kreischte vor Vergnügen), verkleidet sich und die Kinder als Indianer, baut mit Decke und Wäscheleine ein Zelt und brät Bananen.

Ein gemeinsames Bad in der Wanne macht aus den Schwarzfußindianern wieder saubere Elefanten. Natürlich ist es der Vater, der dabei anfängt herumzuspritzen. Und dann wird getanzt und gesungen:
„Wir wackeln mit den Ohren
Wir wackeln mit dem Po
Für Quatsch sind wir geboren
Drum wackeln wir ja so!“

Nachdem sie diesen Popowackel-Boogie gelernt haben, steht auch schon die Mutter in der Tür, und ihr Gesicht verheißt nichts Gutes. Doch Papa beruhigt sie und dann geben die drei ihrer Mutter erst einmal eine Vorstellung ihres tollen Tanzes. Dabei muss die Mutter so lachen, dass sie sich fast in Hose macht.

Ja, ihr Väter: seid lustig, macht Quatsch mit euren Kindern, seid richtige Väter. Eure Kinder werden es euch danken ihr Leben lang.

Ein wundervolles Bilderbuch, das auch in Deutschland eine Auszeichnung verdient hätte.

Kategorie: Ab 4 Jahren, Bilderbücher
Rezension von: Winfried Stanzick
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Erforsche deine Welt

von Anke M. Leitzgen, Lisa Rienermann

Kinder wollen, jeweils ihrem Alter gemäß ihre Welt erforschen und begreifen wie es um die Dinge, die sie wahrnehmen bestellt ist und wie sie funktionieren. Hier in diesem wunderbaren Buch werden Jungen und Mädchen gleichermaßen eingeladen und ermutigt Fragen zu stellen und angeleitet, ihrer Beantwortung durch eigene Forschungen quasi wissenschaftlich näher zu können.

Das Buch hat vier große Kapitel. Im ersten „Was steckt dahinter?“ werden 24 Forscherfragen, für jeden Monat zwei gestellt, „um den Dingen so richtig auf den Grund zu gehen“. Einige Beispiele, die ich jedenfalls nicht sofort hätte erklären können:

• Wie entsteht ein Regenbogen?
• Warum ist der Himmel blau?
• Wie entsteht Erdboden?
• Wie entsteht ein Schatten?
• Was machen die Sterne tagsüber?

Im zweiten Kapitel geht es um „24 Forscherfragen, um in fünf Minuten mehr von der Welt zu verstehen.“ Etwa:

• Was macht Papier stabil?
• Was trocknet nasse Sachen besonders schnell?
• Wie funktioniert eine Batterie?
• Warum klebt Wasser?
• Wie kann man langsame Veränderungen sichtbar machen?

Im dritten Kapitel unter der Überschrift „Was kann man erforschen?“ werden die Kinder an 52 Beispiele (für jede Woche eins) angeregt, eigene Forschungen zu unternehmen und sie dann zu beschreiben. Und für die, die so richtig angebissen haben, werden im abschließenden vierten Kapitel in einem Forscher ABC „18 schlaue Methoden“ benannt mit denen man die Welt besonders gut erforschen kann.

Ein absolut gelungenes Sachbuch für alle wachen und fragenden Kinder zwischen 6 und 12 Jahren, die mehr wollen als nur TV, PC oder I-Pod.

Kategorie: Ab 6 Jahren, Kinder- & Jugendbücher, Sachbücher
Rezension von: Winfried Stanzick
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Hello Paris

von Catharina Geiselhart

Morgan ist 15 Jahre alt und lebt in Paris. Sie führt ein eher kompliziertes Leben. Aber als sie auf Arthur trifft scheint alles perfekt er schreibt ihr jeden Tag Gedichte schickt ihr Rosen und führt sie in die Pariser High Society ein. Sie ist total blind vor Liebe aber ist trotzdem nicht wirklich glücklich. Sie hat Angst das sie Arthur verliert. Er ist wohlhabend und edel und sie führt eher ein Durchschnitts-leben sie ist nicht reich aber auch nicht arm. Als ihr größter Albtraum wahr wird und Arthur sie verlässt bricht eine Welt für sie zusammen. Und obwohl sie von einer Modellagentur entdeckt wird ist sie nicht zufrieden mit sich sie findet sich zu dick trotz Model-Maße. Und schließlich bricht aus was schon lange in ihr geschlummert hat… eine Magersucht. Sie wird immer weniger und hat zu niemanden mehr Vertrauen.

Ein sehr ergreifendes Buch ! Und nur zu empfehlen. ♥

Kategorie: Ab 14 Jahren, Kinder- & Jugendbücher, Romane & Erzählungen
Rezension von: MsFreakylein
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